Die sogenannte “Inklusion” 0

Meine Schlagzahl mit neuen Beiträgen hier im Blog ist im Moment etwas geringer.
Das liegt einerseits daran, dass alles relativ glatt läuft, andererseits haben wir aktuell andere Themen, die mich beschäftigen.
Und Blog-Artikel zu schreiben, ist ein nicht zu unterschätzender Zeitaufwand.
Zumindest für mich.

Und dann komme ich jetzt mit sowas.
Kein aufbauender Text, keine Information, im Grunde möchte ich nur meinen Ärger loswerden, aber das muss ja auch mal sein.

Ein Freund wies mich auf die heutige ZDF-Sendung 37 Grad hin:
http://www.zdf.de/37-grad/unser-ziemlich-bestes-leben-aktion-mensch-35219250.html

Grundsätzlich mag ich die Reihe 37 Grad und diese Folge dreht sich um ein Thema, das mich auch stark interessiert. Ein Mensch mit Beeinträchtigung wechselt von der Regelschule in eine Schule mit Schwerpunkt auf die Beeinträchtigung (Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte).

Und der erste Satz im ersten Absatz (nach dem Teaser) lautet:
Ausgestattet mit technischen Hilfen und der täglichen Unterstützung ihrer Schwester Franziska, die in die gleiche Klasse ging, funktionierte die so genannte “Inklusion” bei ihr recht gut.

Die Kursiv- und Fettmarkierung ist von mir.

Die sogenannte “Inklusion”.

Der Duden hat zu Anführungszeichen (das sind die ” “) diverse Regeln und die einzige die sofort auf diesen Fall hier passt ist “ironische Hervorhebung”, Regel 8, Punkt 2. Vor allem deutlich wird dies durch “sogenannte” vor dem Wort.

Da brauche ich den Rest gar nicht weiterzulesen.

Sogenannte “Inklusion”.

Sogenannte “Asylbewerber”.

Sogenannte “Vergewaltigungsopfer”.

Das ist die Richtung in der diese Sprache funktioniert.
Was soll man von dem Rest noch halten wollen?

Aber vielleicht war das auch Absicht?
Denn die “sogenannte Inklusion” ist im Verständnis des Autors eben keine Inklusion, auch wenn man sie so nennt. Falls dem so ist, dann täte mir das Leid. Ich glaube jedoch nicht daran.

Ich habe den Rest trotzdem gelesen und unterstelle dem Autor des Textes, dass er das evtl. nicht bedacht hat. Aber er sollte es. Denn das ist einer der Kernpunkte die meines Erachtens bei der Inklusion immer und immer wieder falsch gemacht werden.

Das grundlegende Prinzip der Inklusion wird nicht verstanden.

Immer mehr Schulhelferstunden werden gekürzt oder gestrichen. 0

So ist das mit der Verwaltung und der Inklusion.

Nachdem sich in den Ländern endlich die Meinung durchsetzt, dass man Kinder mit Beeinträchtigung durchaus in der Regelschule beschulen kann scheint sich in den Städten und Gemeinden die Meinung breit zu machen, dass man dafür keine Schulhelfer mehr braucht.

Aus Sicht der Städte und Gemeinden kann ich das verstehen – die Schulfinanzierung läuft über die Landeskasse und die Schulhelfer über die der Städte. Da kann man durchaus sparen. Letztlich ist das allerdings wieder mal nur ein Beispiel für die möglichst sparsame Auslegung von Gesetzen oder Verordnungen.

Nehmen wir zum Beispiel das Elterngeld. Man kann das vierzehn Monate bekommen. Maximal 12 pro Person. Also könnte man 12/2 aufteilen oder 7/7 oder oder. Was man aber dann lernen muss: Die 2 Monate Mutterschutz werden selbstverständlich von diesem Zeitraum abgezogen!
Auslegungen möglichst oft zu Ungunsten des Bürgers. Ich sage nicht das es immer so ist, aber leider einfach viel zu häufig.

Ich bin mir jetzt nicht sicher ob Schulhelfer in Berlin und Assistenzkräfte in RLP das Gleiche sind, so viel Unterschied kann allerdings nicht sein. Sohnemann ist nun 7,5 Jahre, gerade eingeschult und hat eine Assistenzkraft mir ausreichend Stunden. Keine Vollbetreuung, aber eben auch nicht zu knapp. Und das auf zwei Jahre beschieden. Das ging diesmal ausnahmsweise alles unkompliziert, aber mir graut schon vor dem Wechsel in die weiterführende Schule.

Die Lebenshilfe Berlin zumindest geht das Problem jetzt mit den Betroffenen an.

Schulhelferstunden gekürzt – was jetzt?! am Montag den 22.09.2014 mit der Rechtsanwältin Jana Jeschke

Eventuell nehmen Verbände in anderen Bundesländern das als Anlass auch was in dieser Richtung anzubieten.

Zeitblog Stufenlos: Wie berufliche Inklusion funktionieren kann 0

Die Zeit wird mir immer sympathischer. Nicht so sehr, weil sie großes PApier nutzt, mit dem man am Frühstückstisch sein Revier verteidigen kann. Sondern wegen der vielen kleinen guten Artikel, die man dort findet.

Zum Beispiel dieser hier im Blog Stufenlos: wie berufliche Inklusion funktionieren kann

Dort werden einige Situationen aus Großbritannien beschrieben, die ich mir eigentlich sehr schwer vorstellen kann. Schließlich ist in meiner Wahrnehmung alles außerhalb Londons mehr oder minder der Verwahrlosung preisgegeben. Eisenbahn, Gesundheitssystem und was noch alles liegen darnieder. Aber anscheinend gibt es Bereiche, da funktioniert es dann doch besser als bei uns. Und warum nicht das Gute übernehmen?

Denise Linke: N#MMER – Das Magazin für Autisten, AD(H)Sler und Astronauten 0

Vor kurzem bekam ich mit das eine junge Frau Crowdfunding für eine Zeitschrift betreibt. Diese junge Frau heißt Denise Linke und die Zeitschrift Numme#r – Das Magazin für Autisten, AD(H)Sler und Astronauten. Ein lustiger Name.
Denise Linke hat es geschafft und genug Leute gefunden, die ihr zur Umsetzung der Idee Geld geben.

Was ist daran so besonderes?

Man sich viele Infos dazu in einem Podcast anhören (wrint 314: Denise Linke, Autistin und wrint 326: Nachgefragt bei Denise Linke). Und dem aufmerksamen Leser wird ein Wort ins Auge gefallen sein, Autistin.
Denise Linke ist Autistin. Um es umgangssprachlich zu sagen: sie ist behindert (hier das Geräusch von Blitz und Donner vorstellen.)

Wie sich das aus ihrer Sicht darstellt kann man in den beiden Podcast-Folgen sehr gut hören. Dazu hat sie nun noch einen Artikel zum Thema Inklusion in der FAZ untergebracht und auch der liest sich gut.

Ich finde das Projekt und den Ansatz von Denise bemerkenswert und hoffe dass sie alle Hefte der ersten Ausgabe (etwa November) an den Menschen bringt.

Herzogin Kate braucht sich keine Sorgen zu machen 0

Das soll jetzt kein Bericht von den Royals werden.
Aber in einer Gazette, der nicht so sehr gehoben Art, fand sich in der Ausgabe 31 ein Artikel, der hat mich sehr amüsiert (vielen Dank Thomas für den Hinweis).

herzogin-kate-down-syndrom-gefahrDie Fernsehzeitschrift “Die Zwei” aus dem Gong-Verlag scheint irgend wann einmal ein Foto der britischen Herzogin Kate in die Finger bekommen zu haben, auf der diese ein Getränk in der Hand hält, in dem eventuell etwas Alkohol enthalten ist.

Das ist jetzt ein Alkohol-Drama mit großen Sorgen um ihr zweites Baby. Das arme Würmchen.

Anscheinend hat jemand bei der Redaktion von “Die Zwei” dann Ärzte zu dem Thema befragt. Oder davon geträumt. Oder in dem alten Artikel in dem was von Alkohol und Royals stand, war der Text einfach noch so vorhanden. Oder der Autor (CM) hat seinen ausschließlich homöopathisch arbeitenden Karmachirurgen angerufen. Auf jeden Fall besteht – laut Ärzten – schon bei kleinsten Mengen des Zellgifts (gemeint ist der Alkohol) unter anderem die Gefahr die Krankheit Down-Syndrom auszulösen.

Nun macht sich Kate evtl. Sorgen. Oder eben auch nicht. Alle Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft werden als Fetale Alkoholspektrum-Störung bezeichnet (FASD). Am schlimmeren Ende steht dabei das fetale Alkoholsyndrom (FAS).
Das ist schon schlimm genug. FASD hingegen (also auch alle leichteren Symptome) ist in Deutschland häufiger als das Down-Syndrom. Nur ist es keine genetische Mutation.

Im Zuge dessen fanden sich ein paar Informationen über Beeinträchtigungen bei den Royals (ich habe die nicht übersetzt – es ist zu warm dafür…):

    • Prince John Charles Francis was the youngest child of Their Majesties, the King George V & Queen Mary (formerly, Duke & Duchess of York).
      The little Prince resided at Wood Farm on the Sandringham estate and was well taken care of until his passing, especially by his devoted nurse & confidante, Miss Charlotte Bill.
      Eine Dokumentation dazu:
  • Prince Francois of France (b 1961), the eldest son of the Comte de Paris, Head of the Royal House of France, and
  • Princess Blanche, the Comte’s youngest daughter (b 1962) are both handicapped.
  • Princess Cornelie-Cecile of Prussia (b 1978), the sister of Prince George Friedrich, Head of the Imperial and Royal House of Prussia.
  • Archduke Philipp of Austria (b 1962) suffered terrible burns as a child and was severely disfigured.
  • Princess Christina of The Netherlands (b 1947)

 

Die Dokumentation über Prince John ist sehenswert, wenn auch auf Englisch.

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