Integrationslied von Graziella Martines 0

Auf die nette Anfrage im Kommentarbereich zu einem anderen Artikel hier ein Lied zur/für die Integration.

Die Webseite der Interpretin: http://www.martinesworld.de

 

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Noch mehr Presse zur Inklusionsdebatte 0

 

Irgendwie ist in der Presse die Inklusionsdebatte gerade hip.

Im Stern erklärt Professor Schuck (früher Dekan an der Uni Hamburg) wo der Weg hingehen sollte und hoffentlich auch wird.

in der Brigitte beschreibt Antje Kunstmann wie das aus Sicht der Eltern aussehen kann.

Und im Spiegel zeigen Jutta Allmendinger und Michael Wrase weitere interessante Punkte auf. Unter anderem auch eine bundeslandspezifische Karte über Förderquoten und deren Veränderungen.

 

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Meinungen zur Inklusion 1

Ich glaube, ich werde ab jetzt jedesmal den folgenden Satz an den Anfang der Artikel zur Inklusion stellen:

Inklusion ist kein Projekt. Inklusion ist Gesetz.

Diesen Satz hat Ralf Schniersmeier, der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e.V. auf einer Podiumsdiskussion auf die Frage “Wie weit ist das Projekt Inklusion?” rausgehauen.

Gesetz. Der Rest sind Rückzugsgefechte und früher oder später muss man sich dem Thema stellen.

In der Zeit tun das Ulrich Schnabel und Martin Spiewak unter dem Titel Woran scheitert die Inklusion?

Anmerkungen zum Beitrag von Ulrich Schnabel.
Ich habe nicht alles aufgenommen, was kommentierbar gewesen wäre, irgendwann ist auch mal Schluß.
Zitate in Kursiv.

US: Warum etwa besuchen hierzulande weiterhin so viele Schüler eine Sonder- oder Förderschule? Fast drei Viertel der knapp 500.000 Schüler mit “sonderpädagogischem Förderbedarf” finden sich dort.

Das statistische Bundesamt sagt:

Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Bundesländern

Im Schuljahr 2010/2011 wurden 79 % der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen unterrichtet, im Schuljahr 2000/2001 betrug der entsprechende Anteil noch 88%.  In Folge der durch die Inklusionsdebatte eingeleiteten Maßnahmen wird der Anteil der Förderschule weiter zurückgehen. Sowohl der entsprechende Anteil im Schuljahr 2010/2011 als auch die zeitliche Entwicklung war in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich

Im Zehnjahresvergleich ist beispielsweise in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die an Förderschulen unterrichtet wird, um mehr als 20 Prozentpunkte zurückgegangen; …

Um 20 Prozent. Und das mit hoher Wahrscheinlichkeit nur durch den hohen Druck der Eltern. An jeder Ecke kann man verfolgen, dass Eltern genötigt werden ihr Kind auf die Förderschule zu schicken. Das ist kein Selbstläufer, sondern muss fast immer noch von den Eltern erkämpft werden. Und die Statistik spricht die Jahre 2001 und 2011 an.

Bei Herrn Ulrich finde ich übrigens keine Quellenangabe und damit bleiben seine Werte Hörensagen.

US: Dabei hätten im Jahre fünf nach Inkrafttreten der UN-Konvention alle Kinder das Recht auf inklusive Beschulung. 

Die Sprache ist ein merkwürdig Ding. Die Kinder hätten nicht nur, sondern sie HABEN das Recht. Alle. Immer. Ausnahmslos.
Die Konvention ist übrigens 2006 verabschiedet worden und 2008 in Kraft getreten. Nur in Deutschland hat es dann bis 2009 gedauert. Das war schon erbärmlich genug, aber da hat die Politik ja sowieso einiges zu bieten.

US: Warum zieht es sie nicht vermehrt in die Regelschulen? Wohl nicht zuletzt deshalb, weil viele Eltern merken, dass ihr behindertes Kind in einer Sonderschule besser betreut wird.

Doch eben. Zuletzt deswegen. In schlechten Förderschulen gibt es schlechten Unterricht und schlechte Betreuung. So wie in allen schlechten Schulen. Und in guten Schulen eben nicht. Die Elten hatten und haben bisher eben nicht die Wahl. Das Wahlrecht in Rheinland-Pfalz fängt jetzt erst an. Bisher war jeder einzelne Fall ein Kampf aller Beteiligter.

US: Für den inklusiven Unterricht fehlt es den meisten Regelschulen schlicht an Ressourcen. 

13 Jahre nach den ersten Ansätzen in der UN. 8 Jahre nach dem Beschluss und 6 Jahre nach Inkrafttreten. In der Zeit wird anderswo ein Staudamm gebaut und 5 Millionen Menschen umgesiedelt. Es ist eine Frage der Politik.

US: Ebenso mangelt es an gut geschultem Personal. Eigentlich brauchten inklusionswillige Lehrer eine solide Fortbildung und (zumindest anfangs) ein Coaching.

Und hier ebenso. Ich treffe zweimal im Jahr auf Förderlehrer in der Ausbildung. Erst jetzt wird denen klar, das es in der Regel in eine Schwerpunktschule (RLP) gehen wird. Und nicht in die Förderschule. Und viele von denen möchten auch – und was passiert: Praktika und Referendariat dürfen sie nur an einer Förderschule machen. Lehrwerke die sich mit der neuen Situation auseinandersetzen sind Mangelware. Und Menschen die sich mit Überzeugung dafür einsetzen auch.

Der Text von Herrn Schnabel wiederholt die immer gleichen Argumente, das es nicht klappen wird, weil eben dieses und jenes fehlt.

Da kann ich nur sagen: los, Journalistenheft raus und einen Artikel schreiben. Welcher Politiker verhindert die Umsetzung von mehr Geld in Bildung? Wer stimmt wo und wann wie ab? Wieso werden in den Behörden Maßnahmen wie vor 50 Jahren durchgeführt. Wo ist die strategische Ausrichtung?

Denn wenn wir ehrlich sind, haben wir ein allgemeines Bildungsproblem. Und wenn wir das lösen, wird das die Probleme mit der Inklusion auch ziemlich reduzieren.

Den Teil von Herrn Spiewak kann man so stehen lassen. Zumindest scheint mir der Inhalt besser überdacht und reflektierter umgesetzt zu sein.

Inklusion ist kein Projekt. Inklusion ist Gesetz.

Ich glaube, ich lasse mir ein T-Shirt machen.

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Sohnemann mit Down-Syndrom und die Einschulung – der vorvorletzte Schritt 0

Sohnemann ist nun sieben und ein halbes Jahr alt und im Kindergarten der Größte. So fühlt und benimmt er sich auch.
Es wird Zeit für die Schule.
Da ist er übrigens der gleichen Meinung. Schließlich gehen Schwesterherz und die beste Mutter von allen (bMvA) ja auch jeden Tag in die Schule. Und das ob sie wollen oder nicht. Und er will ja.
Dann steht ihm das auch zu.

Geschnuppert hat er schon ein paar Mal in der Schule der bMvA. Die Einführungstage in der für ihn zuständigen Schule hat er nicht mitgemacht.
Die Schule ist keine Schwerpunktschule und hat keine Einzelintegration (soweit wir wissen) und es war klar, dass er dort nicht beschult wird.
Zudem wird Schwesterherz dort frontal beschult, mit einer Unterrichtsmethodik, die aus unserer Sicht eher angestaubt ist. Nicht falsch verstehen – der Unterricht scheint uns in Ordnung, aber eben nicht auf der Höhe der Zeit.
Schwesterherz hält das aus und kommt damit klar, Sohnemann wäre verloren

Unsere Wunschschule liegt in unserem Schulbezirk: die Grundschule Gau-Odernheim. Die Gs-GO ist eine Ganztags-Schwerpunktschule mit offenem Konzept, jahrgangsgemischten Klassen und mehrjähriger Erfahrung als Schwerpunktschule. Das Selbstbild der Schule entspricht auch ziemlich dem, was wir uns als Schule wünschen..

Wir waren uns sehr schnell einig. Die Dame der zuständigen Förderschule, die das sonderpädagogische Gutachten erstellte und ihr Schulleiter waren unserer Meinung. Unsere bisherige I-Kraft möchte weitermachen, die dafür erforderlichen Schritte waren eingeleitet.
Das Sozialamt hatte nix dagegen, alles sprach dafür und war auf einem guten Weg.

Dann kam der Bescheid der ADD.
Wir hatten natürlich in allen Anträgen und in allen Unterlagen genau diese Schule angegeben. Die aber eigentlich für uns zuständige Schwerpunktschule ist eine andere und die ADD hat uns eben dieser Schule zugeteilt.
Wir waren sehr irritiert und die ganze Planung schein sich ins Nichts aufzulösen.
Wieder eine Woche mit höflichem Hin und Her, mit dem Hinweis, dass die GS-GO eine Ganztagsschule ist und die andere Schwerpunktschule nicht und dann endlich kam der Korrekturbescheid.

Sohnemann geht nun also auf die Wunschschule.
Im Moment bin ich ziemlich geflasht von der Schule. Die bEvA und ich haben uns die Schule schon in der Vergangenheit bei Hospitationstagen angeschaut.
Und die Förderlehrerin hat ganz selbstverständlich im PEp-Mainz hospitiert.

Vorletzten Freitag waren die I-Kraft und Sohnemann mit mir dann im normalen Unterricht zu Besuch und Sohnemann hat sich (von den üblichen Schwierigkeiten wie Schweigen und lieber nach Hause wollen) sehr schön eingefügt. Der Unterricht war aus meiner Sicht toll, aber da habe ich keine wirkliche Fachkompetenz. Die bEvA hegt allerdings ähnliches Gedankengut.

Jetzt warten wir noch auf den Bescheid des Sozialamtes, wie viele Stunden Sohnemann an Assistenz zugestanden werden und dann geht es am 2. September los. Der Bescheid ist nun ein kleiner organisatorischer Flaschenhals, an dem wiederum diverse andere Vorgänge hängen. Wie z.B. die Verpflichtung der I-Kraft, die weitere Förderung im PEp und auch der angefragte Fahrdienst.

Beim Sozialamt wurde ich übrigens, nach Jahren ohne Kommunikation, mit einer neuen Sachbearbeiterin konfrontiert. Der erste Eindruck war so gut, dass ich mich entschloss, einen Termin mit ihr auszumachen und lieber eine Stunde alles zu besprechen, bevor wir mit den formalen Schriftsätzen unsere Gräben ziehen.

Die Dame hat bisher insgesamt überzeugt und so bin ich die (auch für mich viel weniger aufwendige) »voller Support«-Schiene gefahren.
Mit etwas Glück passen die Bescheid in die Vorstellungen aller, die Schule läuft gut an, die I-Kraft wird über ein Service-Unternehmen beschäftigt (und ich werde die leidigen Meldungen an die Krankenkasse und die Betriebsnummer los) und Sohnemann wird in einem Jahr Klassensprecher.

Dann noch die Steuer und Sozialversicherungsreste abwickeln und alles seinen Gang gehen lassen.

Wir hoffen gerade auf hohem Niveau.

 

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Down-Syndrom mit Hund 0

Im November 2013 bekam unsere Familie überraschend Zuwachs. Mein lang gehegter Wunsch nach einem Hund ging in Erfüllung. Über die Jahre hatte sich herausgestellt, dass die Zeit für Kinder da ist, aber die Sache mit dem Hund sich eher schwierig gestaltet.
Der geht ja weder in den Kindergarten, noch in die Schule. Er verabredet sich auch nicht mit anderen Hunden zum Spielen oder fährt mal drei Tage zu Oma und Opa.
Zudem die beste Ehefrau von Allen in der Vergangenheit schon mal Opfer eines tätlichen Übergriffes eines größeren Hundes war. Bisswunde inklusive.

Im August/September 2013 stellte sich im Gespräch mit engen Freunden heraus, dass dort die Situation ähnlich ist. Allerdings auf Seiten der Dame.
Die Chancen auf einen Hund für zwei Familien stiegen abrupt; die Planerei ging los.

Galgo Espagnol Mischling Singa

Galgo Espagnol Mischling Singa

Zwei Monate später hatten wir die Modalitäten festgeklopft (gar nicht so einfach. Rasse, Ernährung, Erziehungsmaßstäbe, Farbe, Größe, Geschlecht …) und im November zog Singa als Sharing-Hund bei unseren Familien ein.
Singa ist eine Galgo Espagnol/Labrador-Mischung, mit dem größeren Einschlag auf der Galgo-Seite. 70 cm hoch, blitzschnell und eine Seele von Hund.
Ein Glücksgriff.

70 cm ist allerdings auch nur gering unter der Kopfhöhe von Sohnemann und dem Hund ist klar, dass Sohnemann ihm gegenüber nichts zu melden hat. Sonst wäre der Hund den ganzen Tag mit »Sitz« oder »Platz« beschäftigt.

Das kam nicht unerwartet. Wir hatten uns natürlich schon im Vorfeld gefragt, wie gut das klappen wird und ob wir wegen des Down-Syndroms speziell auf was achten müssen. Töchterlein ist neun Jahre alt und geht nahezu vorbildlich mit dem Hund um. Sohnemann neigt da eher zu spontanen emotionalen Ausdrücken wie umarmen, feste drücken und Gutenachtkuss geben.
Wenn dann der Hund interessiert und erfreut seine Schnauze in die Nähe von Sohnemanns Gesicht bringt und einmal (aus Sympathie) mit der langen Zunge zulangt, dann ist aber Alarm bei Sohnemann. Da wird er nervös und ängstlich und versucht sich schnell zu entfernen. Was wiederum das Interesse des Hundes hochhält.

Ein paar Mal dachte ich schon, Sohnemann würde jetzt doch irgendwie eine dauerhaft Angst entwickeln, aber erstaunlicher Weise ist das nicht so (natürlich gilt immer: Hunde und Kinder nicht alleine lassen. Kindern niemals Verantwortung für den Hund aufbürden!)
Ich glaube mittlerweile, dass es nur der Ekel vor der feuchten Zunge ist und gar keine Angst. Singa ist auf jeden Fall ein beständiges Thema für ihn. Er fragt regelmäßig nach, wo sie denn jetzt ist und ob sie mitkommt oder nicht.

Insgesamt erhöht der Hund den Aufwand innerhalb der Familie. Man kann nicht in jedes Restaurant fahren. Wenn man Teilnahmen an Veranstaltungen plant, muss man darauf achten, ob man mit Hund hinkann. Termine beim Tierarzt, Gassi gehen und und und.
Durch das Zweifamilienkonstrukt ist das zwar etwas leichter (wir haben Abstimmungen bis zu Silvester, inklusive aller Urlaube), aber eben doch mehr.

Trotzdem habe ich das Gefühl, das wir an Leben dazugewonnen haben.
Und bei den Kindern ist das ganz deutlich sichtbar.

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