Herzogin Kate braucht sich keine Sorgen zu machen 0

Das soll jetzt kein Bericht von den Royals werden.
Aber in einer Gazette, der nicht so sehr gehoben Art, fand sich in der Ausgabe 31 ein Artikel, der hat mich sehr amüsiert (vielen Dank Thomas für den Hinweis).

herzogin-kate-down-syndrom-gefahrDie Fernsehzeitschrift “Die Zwei” aus dem Gong-Verlag scheint irgend wann einmal ein Foto der britischen Herzogin Kate in die Finger bekommen zu haben, auf der diese ein Getränk in der Hand hält, in dem eventuell etwas Alkohol enthalten ist.

Das ist jetzt ein Alkohol-Drama mit großen Sorgen um ihr zweites Baby. Das arme Würmchen.

Anscheinend hat jemand bei der Redaktion von “Die Zwei” dann Ärzte zu dem Thema befragt. Oder davon geträumt. Oder in dem alten Artikel in dem was von Alkohol und Royals stand, war der Text einfach noch so vorhanden. Oder der Autor (CM) hat seinen ausschließlich homöopathisch arbeitenden Karmachirurgen angerufen. Auf jeden Fall besteht – laut Ärzten – schon bei kleinsten Mengen des Zellgifts (gemeint ist der Alkohol) unter anderem die Gefahr die Krankheit Down-Syndrom auszulösen.

Nun macht sich Kate evtl. Sorgen. Oder eben auch nicht. Alle Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft werden als Fetale Alkoholspektrum-Störung bezeichnet (FASD). Am schlimmeren Ende steht dabei das fetale Alkoholsyndrom (FAS).
Das ist schon schlimm genug. FASD hingegen (also auch alle leichteren Symptome) ist in Deutschland häufiger als das Down-Syndrom. Nur ist es keine genetische Mutation.

Im Zuge dessen fanden sich ein paar Informationen über Beeinträchtigungen bei den Royals (ich habe die nicht übersetzt – es ist zu warm dafür…):

    • Prince John Charles Francis was the youngest child of Their Majesties, the King George V & Queen Mary (formerly, Duke & Duchess of York).
      The little Prince resided at Wood Farm on the Sandringham estate and was well taken care of until his passing, especially by his devoted nurse & confidante, Miss Charlotte Bill.
      Eine Dokumentation dazu:
  • Prince Francois of France (b 1961), the eldest son of the Comte de Paris, Head of the Royal House of France, and
  • Princess Blanche, the Comte’s youngest daughter (b 1962) are both handicapped.
  • Princess Cornelie-Cecile of Prussia (b 1978), the sister of Prince George Friedrich, Head of the Imperial and Royal House of Prussia.
  • Archduke Philipp of Austria (b 1962) suffered terrible burns as a child and was severely disfigured.
  • Princess Christina of The Netherlands (b 1947)

 

Die Dokumentation über Prince John ist sehenswert, wenn auch auf Englisch.

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Behinderte begrenzt versicherbar – Artikel im Versicherungsboten 0

Der Versicherungsbote – eine Webseite einer UG – bringt einen informativen Artikel zu Versicherungen.

Dabei wird der Basistarif der Privaten Krankenversicherungen beleuchtet.

Für die Betroffenen (privat versicherte, die in den Basistarif wechseln wollen oder müssen) eine gute Zusammenfassung.

Zum Artikel

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Integrationslied von Graziella Martines 0

Auf die nette Anfrage im Kommentarbereich zu einem anderen Artikel hier ein Lied zur/für die Integration.

Die Webseite der Interpretin: http://www.martinesworld.de

 

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Noch mehr Presse zur Inklusionsdebatte 0

 

Irgendwie ist in der Presse die Inklusionsdebatte gerade hip.

Im Stern erklärt Professor Schuck (früher Dekan an der Uni Hamburg) wo der Weg hingehen sollte und hoffentlich auch wird.

in der Brigitte beschreibt Antje Kunstmann wie das aus Sicht der Eltern aussehen kann.

Und im Spiegel zeigen Jutta Allmendinger und Michael Wrase weitere interessante Punkte auf. Unter anderem auch eine bundeslandspezifische Karte über Förderquoten und deren Veränderungen.

 

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Meinungen zur Inklusion 1

Ich glaube, ich werde ab jetzt jedesmal den folgenden Satz an den Anfang der Artikel zur Inklusion stellen:

Inklusion ist kein Projekt. Inklusion ist Gesetz.

Diesen Satz hat Ralf Schniersmeier, der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, Gemeinsam Leben – Gemeinsam Lernen e.V. auf einer Podiumsdiskussion auf die Frage “Wie weit ist das Projekt Inklusion?” rausgehauen.

Gesetz. Der Rest sind Rückzugsgefechte und früher oder später muss man sich dem Thema stellen.

In der Zeit tun das Ulrich Schnabel und Martin Spiewak unter dem Titel Woran scheitert die Inklusion?

Anmerkungen zum Beitrag von Ulrich Schnabel.
Ich habe nicht alles aufgenommen, was kommentierbar gewesen wäre, irgendwann ist auch mal Schluß.
Zitate in Kursiv.

US: Warum etwa besuchen hierzulande weiterhin so viele Schüler eine Sonder- oder Förderschule? Fast drei Viertel der knapp 500.000 Schüler mit “sonderpädagogischem Förderbedarf” finden sich dort.

Das statistische Bundesamt sagt:

Unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Bundesländern

Im Schuljahr 2010/2011 wurden 79 % der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen unterrichtet, im Schuljahr 2000/2001 betrug der entsprechende Anteil noch 88%.  In Folge der durch die Inklusionsdebatte eingeleiteten Maßnahmen wird der Anteil der Förderschule weiter zurückgehen. Sowohl der entsprechende Anteil im Schuljahr 2010/2011 als auch die zeitliche Entwicklung war in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich

Im Zehnjahresvergleich ist beispielsweise in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die an Förderschulen unterrichtet wird, um mehr als 20 Prozentpunkte zurückgegangen; …

Um 20 Prozent. Und das mit hoher Wahrscheinlichkeit nur durch den hohen Druck der Eltern. An jeder Ecke kann man verfolgen, dass Eltern genötigt werden ihr Kind auf die Förderschule zu schicken. Das ist kein Selbstläufer, sondern muss fast immer noch von den Eltern erkämpft werden. Und die Statistik spricht die Jahre 2001 und 2011 an.

Bei Herrn Ulrich finde ich übrigens keine Quellenangabe und damit bleiben seine Werte Hörensagen.

US: Dabei hätten im Jahre fünf nach Inkrafttreten der UN-Konvention alle Kinder das Recht auf inklusive Beschulung. 

Die Sprache ist ein merkwürdig Ding. Die Kinder hätten nicht nur, sondern sie HABEN das Recht. Alle. Immer. Ausnahmslos.
Die Konvention ist übrigens 2006 verabschiedet worden und 2008 in Kraft getreten. Nur in Deutschland hat es dann bis 2009 gedauert. Das war schon erbärmlich genug, aber da hat die Politik ja sowieso einiges zu bieten.

US: Warum zieht es sie nicht vermehrt in die Regelschulen? Wohl nicht zuletzt deshalb, weil viele Eltern merken, dass ihr behindertes Kind in einer Sonderschule besser betreut wird.

Doch eben. Zuletzt deswegen. In schlechten Förderschulen gibt es schlechten Unterricht und schlechte Betreuung. So wie in allen schlechten Schulen. Und in guten Schulen eben nicht. Die Elten hatten und haben bisher eben nicht die Wahl. Das Wahlrecht in Rheinland-Pfalz fängt jetzt erst an. Bisher war jeder einzelne Fall ein Kampf aller Beteiligter.

US: Für den inklusiven Unterricht fehlt es den meisten Regelschulen schlicht an Ressourcen. 

13 Jahre nach den ersten Ansätzen in der UN. 8 Jahre nach dem Beschluss und 6 Jahre nach Inkrafttreten. In der Zeit wird anderswo ein Staudamm gebaut und 5 Millionen Menschen umgesiedelt. Es ist eine Frage der Politik.

US: Ebenso mangelt es an gut geschultem Personal. Eigentlich brauchten inklusionswillige Lehrer eine solide Fortbildung und (zumindest anfangs) ein Coaching.

Und hier ebenso. Ich treffe zweimal im Jahr auf Förderlehrer in der Ausbildung. Erst jetzt wird denen klar, das es in der Regel in eine Schwerpunktschule (RLP) gehen wird. Und nicht in die Förderschule. Und viele von denen möchten auch – und was passiert: Praktika und Referendariat dürfen sie nur an einer Förderschule machen. Lehrwerke die sich mit der neuen Situation auseinandersetzen sind Mangelware. Und Menschen die sich mit Überzeugung dafür einsetzen auch.

Der Text von Herrn Schnabel wiederholt die immer gleichen Argumente, das es nicht klappen wird, weil eben dieses und jenes fehlt.

Da kann ich nur sagen: los, Journalistenheft raus und einen Artikel schreiben. Welcher Politiker verhindert die Umsetzung von mehr Geld in Bildung? Wer stimmt wo und wann wie ab? Wieso werden in den Behörden Maßnahmen wie vor 50 Jahren durchgeführt. Wo ist die strategische Ausrichtung?

Denn wenn wir ehrlich sind, haben wir ein allgemeines Bildungsproblem. Und wenn wir das lösen, wird das die Probleme mit der Inklusion auch ziemlich reduzieren.

Den Teil von Herrn Spiewak kann man so stehen lassen. Zumindest scheint mir der Inhalt besser überdacht und reflektierter umgesetzt zu sein.

Inklusion ist kein Projekt. Inklusion ist Gesetz.

Ich glaube, ich lasse mir ein T-Shirt machen.

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