Die mysteriösen Wirren des Fahrdienstes 0

Der Fahrdienst ist wirklich mysteriös.

Irgendwie bekomme ich keine Idee von der Fahrdienstorganisation.
Das Sozialamt macht das nicht – die haben das abgegeben an eine andere Dienststelle.
Die andere Dienststelle beauftragt nach irgend einem Prozess irgend einen Fahrdienst.
Der Fahrdienst regelt nach irgend einem Prozess die Strecke und wer fährt oder wer nicht fährt.
Die Kommunikation mit dem Fahrdienst geht entweder per Telefon (und da melden sich verschiedene Leute) oder per Nachricht über die Fahrerin – oder den Fahrer.

Am ersten Tag warteten wir gespannt auf das Taxi. Wir wussten nicht wer fuhr, wie das Taxi aussah oder wann es kommt.
7:30 Uhr ging es los. Das war prima. Eine Frau fuhr.

Nach ein paar Wochen war die Frau weg und ein Mann fuhr.
Dann war der Mann weg und eine andere Frau fuhr.
Dann wieder die erste Frau.
So zog sich das über die Jahre.

Mal hatten wir eine Handynummer um nachfragen zu können, mal nicht.
Mal wurde uns Bescheid gesagt, wenn Sohnemann später abgeholt wurde (der Winter kommt immer überraschend), mal nicht.
Gefühlt (ich habe nicht mitgezählt) haben wir Sohnemann zwischen fünf und zehn Mal selbst gefahren.
Also überraschend selbst gefahren – nicht abgesprochen.

Mittwoch war Sohnemann nun krank, so wie die bEvA und auch ansatzweise der Rest der Familia.
Also habe ich gegen 6:15 Uhr bei der uns bekannten zentralen (und auch da sind wir nicht sicher) Nummer angerufen und abgesagt.
Eine Frau war dran und hat das aufgenommen – hat geklappt.

Mittwoch Abend riefen wir wieder an um für Donnerstag auch abzusagen.
Ein Mann war dran und … es hat nicht geklappt.
Gegen 7:10 Uhr klopfte und klingelte und klingelte und klopfe es, bis Töchterlein aus dem Fenster rief “Sohnemann ist krank. Und morgen vielleicht auch”.
(Töchterlein hatte frei wegen Eltern-Lehrer-Kind Gesprächen).

Sicherheitshalber rief die bEvA Donnerstag Abend nochmal auf der zentralen Nummer an, zum Bescheid zu geben, dass Sohnemann NICHT krank ist am Freitag.
Wieder der Mann dran.
“Hm ja ok. Ich weiß dann Bescheid. Ihr Sohn ist morgen krank.”
“NEIN. Mein Sohn ist NICHT krank. Er muss morgen abgeholt werden. Er ist NCIHT KRANK.”
“Ja gut. Ich sag Bescheid.”

Da war dann schon klar – das wird diesmal auch nicht klappen.

Freitag morgen 7:10 Uhr – kein Taxi.
7:15 Uhr – kein Taxi.
7:20 Uhr – ich stecke Sohnemann in mein Auto und fahre ihn selbst.

Die Woche vorher war Blitzeis und es kam einfach kein Taxi – ohne Bescheid zu sagen.

Jetzt weiß ich nicht woran das liegt – bekommt der Fahrdienst so wenig bezahlt?
Die Fahrerinnen und Fahrer wirken in der Regel so, als wären sie aus den eher schwächeren sozialen Schichten, das wäre ein Hinweis.
Und eventual bekommen die Mitarbeiter in der Zentrale auch nix (oder zu wenig).

Aber ich habe keine Ahnung – das Thema Fahrdienst mit Orga, Bezahlung, Verpflichtungen, Verträgen, Zulassungen, Qualifikation, Nachweise (erweitertes Führungszeugnis der Fahrer/innen, die ja während der Fahrt die Betreuer der Kinder sind) ist komplett undurchschaubar.

Jetzt fährt Sohnemann noch eineinhalb Jahre mit dem Fahrdienst und danach wahrscheinlich mit dem Schulbus in die IGS.
Ich glaube das schaffen wir noch, ohne das ich anfange zu graben.
Aber interessant wäre es schon.