Waldorfpädagogik und Inklusion. 9

Das Thema Waldorfpädagogik ist an sich ein sehr interessantes Thema.

Hierzu empfehle ich diese Podcast-Folge von Hoaxilla (Ein Podcast ist wie Radio auf Abruf – anklicken und anhören) oder z. B. diesen Blog-Artikel.

Aber Waldorfpädagogik und Kinder mit Beeinträchtigung – das ist ein Thema, bei dem man so richtig sauer werden kann. In meiner Nähe wurde vor ein paar Jahren eine heilpädagogische Waldorfschule gegründet und ich gehe davon aus, das die Eltern die ihre Kinder dort hinschicken, entweder selber der unsäglichen Anthroposophie anhängen oder sich nicht informiert haben.

Das Thema ist zu umfangreich um das hier auszuwälzen, deswegen nur ein kleines Beispiel:

Die Anthroposphie unterteilt den Lebensanfang eines Menschen in drei Jahrsiebte (und ja sie heißen so, weil es sich hier um Phasen von 7 Jahren handelt. Individuelle Unterscheidungen gibt es keine).

Im ersten Jahrsiebt (Geburt bis zum Zahnwechsel) entwickelt sich das Kind zur Schulreife und soll in dieser Zeit möglichst nicht durch äußere Erziehung gestört werden. Das Kind lernt ausschließlich durch Nachahmung.

Das bedeutet: Kein frühes Lesen. Keine individuelle Förderung. Frontalunterricht.
Wer sich mal eine Waldorfschule anschauen geht, wird feststellen:

–          Große Klassen (Nachahmung geht eben auch mit 40 Kindern)

–          Frontalunterricht.

–          Sehr gut bearbeitete Hefte/Mappen – aber alle gleich.
Keine Kreativität. Kein eigenes Denken erwünscht.

Fragen Sie dann auch mal einen Lehrer ob Ihr Kind ein Fersengeher oder ein Ballengeher ist . Man glaubt es kaum, aber diese Frage ist für die Waldorfpädagogik von großer Bedeutung.

Es mag sein, das nicht alle Waldorf-Schulen dem Gesamtkonzept von Steiner zu hundert Prozent anhängen. Wenn sie es aber grundsätzlich nicht tun würden, wären und hießen sie nicht Waldorfschulen.

Also egal ob man sein Kind (mit oder ohne Behinderung) auf eine Regelschule mit Einzelintegration oder auf eine Schwerpunktschule oder auf eine inklusive Schule oder auf eine Förderschule schicken mag: Waldorfschulen sind aus grundsätzlichen Überlegungen auszuschließen.

Es gibt keine Inklusion und keine Integration in der Anthroposophie. Und was die Kinder mit Beeinträchtigung in ihrem vorherigen Leben so getan haben, das möchte dann auch gar nicht mehr wissen. Und wenn doch, dann kann man das auf www. Anthrowiki .at/Reinkarnation nachlesen.

Abschließend möchte ich noch anfügen, das all die Schwächen, die unser staatliches Schulsystem hat, damit nicht aus der Welt oder entschuldigt sind. Daran muss man arbeiten.

Update:
In den Kommentaren zu diesem Artikel hat Andreas Lichte zwei weitere informative Links angefügt.
Da die Kommentare nicht immer so direkt einsehbar sind, liste ich die Links hier explizit nochmal auf:

Waldorflehrer werden! – am „Seminar für Waldorfpädagogik Berlin“

Waldorfschule: “Man kann nicht nur ein bisschen Waldorf sein”

Und abschließend Herrn Lichtes Kommentar zitiert:
“Kurz vor dem Stellenangebot war im “Seminar für Waldorfpädagogik Berlin” unterrichtet worden – meine sinngemässe Zusammenfassung –, dass Behinderte in ihrem letzten Leben gesündigt haben, und ihnen die Behinderung die Chance gibt, ihr Karma abzuarbeiten.”